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Uebung in Geduld

Sunday, 29. November 2009

Das Sprichwort “Europaeer haben Uhren, Afrikaner haben Zeit” ist wohlfeil, allein es gut zu finden und mit den Konsequenzen umzugehen sind zwei paar Schuhe.

Ich weiss nicht ob man es in die gleiche Schublade stecken kann, aber um meine Firmen-3G-Karte (USB Device) zum Laufen zu bringen braucht man eine Menge Geduld. Mehr jedenfalls als ich bislang aufbringen kann. Der Start ist maximal bei jedem 15 Versuch erfolgreich, d.h. x-mal Rechner rebooten und im Extremfall deinstallieren und neuinstallieren. Fuer mich immer noch vertane Zeit (Europaeer haben Uhren und keine Zeit).

Wenn die Verbindung dann steht braucht man Zeit. Denn meistens versucht man es ja wenn die halbe Stadt nichts anderes tut. Da kommt es schon vor, dass das Netz zusammenbricht – und wenn das nicht, dann gleicht doch die Performance den guten alten Zeiten mit 56k Modem (Europaeer … keine Zeit).

Abhilfe koennte ja ADSL schaffen. Ist beantragt und wir warten auf den Anruf, der mitteilt, dass es freigeschaltet ist. Da koennen wir aber lange warten, denn seit Donnerstag funktioniert unsere Landline nicht mehr. Call ist eroeffnet und wir warten auf den Anruf des Technikers (auf dem Handy) … Afrikaner haben Zeit.

Mal gespannt bis wann wir das verinnerlicht haben.

Immerhin haben wir mittlerweile gelernt, dass “I do it now” keinesfalls “jetzt” heisst, eher schon vielleicht innerhalb der naechsten zehn Minuten, kann aber auch sein innerhalb der naechsten Stunde, oder des Tages (wenn nichts dazwischen kommt). Nach dieser Erfahrung ist man als Neuling dann hoch erfreut zu hoeren “I do it now now”. Aber weit gefehlt, es bedeutet keinesfalls “wirklich jetzt gleich”; im Gegenteil es laesst den End-/Zielzeitpunkt voellig offen.

Zeit ist halt nur eine Scheibe, wie wir schon im Maerz in Soweto gelernt haben. Aber einen Satz hoeren und ihn wirklich verstehen, und damit umzugehen ohne in Stress zu verfallen, das sind voellig verschiedene Dinge.